Bestand und Unterlagen · 27. Juli 2026
Planeinsicht bei der MA 37 in Wien: So bereiten Sie den Termin vor
Bewilligte Baupläne bei der MA 37 einsehen: Wer Einsicht erhält, was der Termin kostet, welche Unterlagen sinnvoll sind und wo alte Pläne an Grenzen stoßen.

Kurzantwort: Für die Planeinsicht bei der MA 37 vereinbaren Sie einen Termin beim zuständigen Planarchiv, weisen Ihre Berechtigung für das konkrete Objekt nach und bereiten präzise Fragen vor. Der bewilligte Planbestand ist ein wichtiger Ausgangspunkt, aber noch kein Beweis dafür, dass das Gebäude heute exakt so ausgeführt ist.
Was im Planarchiv zu finden ist
Das Planarchiv der Wiener Baupolizei verwahrt bewilligte Baupläne zu Wiener Liegenschaften. Je nach Aktenlage können darunter Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Bescheide und spätere bewilligte Änderungen sein. Für eine erste Klärung sind besonders drei Fragen wichtig:
- Welcher baubehördlich bewilligte Stand ist dokumentiert?
- Welche späteren Änderungen scheinen in den Akten auf?
- Gibt es Lücken zwischen den vorhandenen Unterlagen und dem heutigen Bestand?
Ein alter Plan ist damit keine bloße Zeichnung. Er kann zeigen, welche Raumaufteilung, Nutzung oder Gebäudehülle genehmigt wurde. Seine Aussagekraft hängt aber davon ab, ob die Akte vollständig ist und ob die Ausführung dem Plan tatsächlich entspricht.
Wer Einsicht nehmen kann
Die Bauakten enthalten objektbezogene Informationen und sind nicht für jede beliebige Person offen. Einsicht erhalten Eigentümerinnen und Eigentümer, Hausverwaltungen sowie Personen mit einer Vollmacht der Eigentümerseite. Mieterinnen und Mieter benötigen ebenfalls eine solche Vollmacht. Anrainerinnen und Anrainer haben grundsätzlich keine Einsicht in die Pläne einer Nachbarliegenschaft.
Klären Sie den erforderlichen Nachweis bei der Terminvereinbarung direkt mit dem Planarchiv der MA 37. Das verhindert, dass ein reservierter Termin wegen fehlender Unterlagen nicht genutzt werden kann.
Termin, Adresse und Gebühren
Die Stadt Wien vergibt Termine für jeweils eine konkrete Adresse. Pro Akt stehen 30 Minuten zur Verfügung. Wer mehrere Objekte oder eine umfangreiche Baugeschichte prüfen muss, braucht daher weitere Termine oder eine besonders eng vorbereitete Fragestellung.
Mit geprüftem Stand 4. August 2026 nennt die Stadt Wien:
| Leistung | Amtlicher Betrag |
|---|---|
| Planeinsicht einschließlich 5 Schwarzweiß-Kopien A3 oder 10 Schwarzweiß-Kopien A4 | 15 Euro |
| Grundbucheinsicht durch die MA 37 | 2,18 Euro |
Die jeweils aktuellen Beträge stehen direkt auf der Seite des Planarchivs. Die Kosten fallen laut Behörde auch an, wenn ein gebuchter Termin später, nicht oder nur teilweise genutzt wird. Plankopien werden nicht per E-Mail versendet.
Was Sie zum Termin mitnehmen sollten
Eine kurze, objektbezogene Vorbereitung bringt mehr als eine lange allgemeine Fragenliste:
- Lichtbildausweis
- Grundbuchauszug, der nicht älter als drei Monate ist
- Vollmacht, wenn Sie für die Eigentümerseite oder Hausverwaltung handeln
- genaue Objektadresse und, soweit bekannt, Einlagezahl oder Katastralgemeinde
- vorhandene Pläne, Kaufunterlagen oder frühere Bescheide
- Fotos und eine Liste der konkret zu klärenden Punkte
Notieren Sie bei jeder gefundenen Unterlage Datum, Geschäftszahl und dargestellten Stand. So lässt sich später nachvollziehen, auf welche Pläne sich eine technische oder rechtliche Beurteilung stützt.
Das Planarchiv ist nicht für die Einsicht in laufende Verfahren zuständig. Es enthält außerdem keine Pläne zu elektrischen Leitungen oder Wasserrohrungen. Solche Unterlagen sind bei den jeweils zuständigen Stellen oder der Hausverwaltung zu klären.
Warum bewilligter Plan und heutiger Bestand auseinanderliegen können
Gebäude verändern sich über Jahrzehnte. Zwischenwände werden versetzt, Türen geschlossen, Bäder umgebaut oder Nutzungen geändert. Nicht jede sichtbare Abweichung ist automatisch rechtswidrig, und nicht jede alte Zeichnung bildet jede genehmigte Änderung ab. Umgekehrt macht die bloße Existenz eines Bauteils ihn nicht zum bewilligten Bestand.
Deshalb sollte die Akteneinsicht bei Umbauabsicht mit einer tatsächlichen Bestandsaufnahme verbunden werden. Der Vergleich lautet dann:
- dokumentierter Konsens
- baulich vorgefundener Zustand
- geplante Veränderung
Erst diese drei Ebenen ergeben eine verlässliche Grundlage für die weitere Planung.
Wann ein aktueller Bestandsplan nötig wird
Für eine erste Orientierung kann ein historischer Plan genügen. Für eine Einreichung, eine belastbare Flächenermittlung oder technisch relevante Umbauten braucht es häufig einen aktuellen Bestandsplan. Das gilt besonders, wenn:
- Maße fehlen oder erkennbar nicht stimmen
- mehrere widersprüchliche Planstände vorhanden sind
- tragende Bauteile betroffen sein könnten
- die heutige Nutzung vom Plan abweicht
- Leitungsführungen oder Niveauunterschiede wesentlich sind
Ob das Vorhaben eine Bauanzeige oder eine Baubewilligung benötigt, richtet sich nicht allein nach dem Planarchiv. Unser veröffentlichter Überblick Bauanzeige oder Baubewilligung in Wien erklärt die Verfahrenswege. Die konkrete Planung beginnt anschließend mit einem sauber geklärten Bestand.
Quellen und Stand
Quellen geprüft am 4. August 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
- Planarchiv der Baupolizei: bewilligte Baupläne (Stadt Wien, MA 37)
Sie brauchen aus alten Unterlagen eine belastbare Planungsgrundlage? KOTLO ordnet den Bestand, prüft die Plausibilität und erstellt bei Bedarf aktuelle Bestands- und Einreichpläne.
Zur EinreichplanungFAQ
Häufige Fragen
Kann jede Person bewilligte Baupläne bei der MA 37 einsehen?
Nein. Einsicht erhalten Eigentümerinnen und Eigentümer, Hausverwaltungen sowie entsprechend bevollmächtigte Personen. Mieterinnen und Mieter benötigen eine Vollmacht der Eigentümerseite. Anrainerinnen und Anrainer haben grundsätzlich keine Einsicht in die Pläne der Nachbarliegenschaft.
Was kostet die Planeinsicht im Planarchiv?
Die Stadt Wien nennt mit geprüftem Stand 4. August 2026 eine Gebühr von 15 Euro. Darin sind fünf Schwarzweiß-Kopien im Format A3 oder zehn im Format A4 enthalten. Aktuelle Beträge sollten vor der Buchung nochmals auf der Behördenseite geprüft werden.
Erhalte ich die Pläne per E-Mail?
Das Planarchiv weist darauf hin, dass keine Plankopien per E-Mail versendet werden. Die Einsicht und die möglichen Kopien werden im Rahmen des Termins abgewickelt.
Ersetzt ein alter Konsensplan die Bestandsaufnahme?
Nicht automatisch. Der Plan zeigt den bewilligten Stand zu einem bestimmten Zeitpunkt. Spätere Umbauten, Abweichungen oder unvollständige Darstellungen können eine aktuelle Vermessung und Bestandsaufnahme erforderlich machen.
